giovedì, aprile 12, 2007

zu überarbeiten

Ich habe ein Stück Donau
heimlich und unbemerkt
in einer meiner Taschen
versteckt,
einige Stücke
unscheinbarer Gassen
in die Socken hineingestopft,
habe ein Stück
vom Ring und dem Gürtel
am Finger, der Hose
und auch ein Stück Leben
vom Vermischten der Völker,
der Asiaten, Europäer, Amerikaner
und Afrikaner,
alle so wie sie sind
und einer jeden, einem jedem
die seine Schnitte vom Glück.

Ich habe ein Stück Naschmarkt
im Gaumen,
ein Stück Prater
im Zucker,
ein Stück Kaffehaus
im Schatten,
habe ein Stück
von den Haltestationen,
den Gasthäusern, den Bädern,
den Clubs, den Gehsteigen,
den Spielplätzen
in meinem Blick
und ein Stück von jedem Bezirk,
den Gassen, den Straßen
und den Häusern
unter den Absätzen meiner Schuhe
versteckt.

Ich habe ein Stück
von den Friedhöfen, den Parks,
den Bims, den Bussen,
den Flaktürmen und Statuen,
ein Stück von den Wiesen,
den Märkten
und all dem
was ich vergessen habe
in meiner Erinnerung versteckt.

Ich habe ein Stück
von den Fabriken, den Theatern,
dem Museum und den Opernhäusern,
den Einkaufspassagen,
den Kinos, den Gärten
dem Herzen aufbewahrt
und auch ein Stück Leben
vom Drunter und Drüber
der Gespräche, dem Geflüster,
dem Geschrei und des Schweigen
der Großen, der Kleinen,
der Schmallen und Breiten,
alle so wie sie sind
und einer jeden, einem jeden
der seinen Welt,
die seine Schnitte vom Glück.


Am Ende
beginnen Menschen
leise für sich
zu singen,
fröhliches,
schlagen andere sich
an das Herz,
wartet die U-Bahn
auf einen,
klopft ein Beamter
als Zeichen der Wertschätzung
auf eine Hauswand,
schütteln die Kontrolleure
nur noch den Kopf
und haben am Ende
so einige
mich zu verstehen versucht,
wo man einen wie mich,
doch nicht verstehen kann.

Es braucht so wenig,
kleine Zeichen nur,
heimliche und unbemerkte;
des Respekt, der Liebe:

Ein Stück von mir für Wien,
ein Stück von Wien für mich.